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Einführung neuer Top Level Domains (TLDs) – eco Kongress 2009

Posted on | September 30, 2009 | No Comments

Foto In den vergangenen beiden Tagen hatte ich die Gelegenheit wenigstens teilweise am “eco Kongress 2009 – sharpening the image” teilnehmen zu können. Hochspannend fand ich das Slot “Names & Numbers: dotStadt – Über den (Un)Sinn von Städte-Top-Level-Domains” unter der Moderation von Thomas Rickert. Zunächst hat Stéphane Van Gelder (General Manager, INDOM) am Beispiel von .paris über die Erfahrungen der Stadt Paris im Umgang mit der geplanten Einführung einer eigenen Städte TLD berichtet. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Stadt Paris stark darum bemüht, die geplante TLD vollumfänglich in die öffentliche kommunale Kommunikation – aber auch privatwirtschaftliche Nutzung durch Unternehmen – einzubinden, sind die Erfahrungen von Van Gelder durchweg positiv. Regionale Verankerung und regionale Identität in Verbindung mit einer klaren Adressierbarkeit für Bürger der Stadt Paris (bureaudufonds.paris oder passeport.paris) sind nach Ansicht von Van Gelder die klaren Pluspunkte für eine Städte TLD! Kritisch wertete Van Gelder das noch immer unklare strukturelle- und zeitliche  Bewerbungsverfahren der ICANN (Erwartete Liveschaltung Q4 2010 bis Q1 2011) für neue TLDs. Daher sein Aufruf: jede Möglichkeit (politisch und kommunikativ) nutzen, um das Ziel zur schnellen Einführung neuer TLDs zu unterstützen.

Foto(2)Eine durchweg kritischere Sicht auf die Einführung neuer TLDs hatte Matthias Meyer-Schönherr (Director of Business Development & Operations – International, Sedo GmbH). Nach seiner Einschätzung wird es nur eine bedingte Akzeptanz für den Handel von neuen regionalen TLDs geben. Anhand des bei sedo gehandelten Volumens von .com und .de Domains im Verhältnis zu .info oder .tel Domains zeigte Meyer-Schönherr auf, dass die in den letzten Jahren neu eingeführten TLDs keinen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen hatten.

So heißt es z.B. im Sedo Domainmarkt Barometer vom 05.08.2009:

•    Bei den generischen Top Level Domains (.com, .net, .org, .biz und .info) ist – wie nicht anders erwartet – die .com-Domain mit einem Anteil von 76 Prozent aller Verkäufe wieder absoluter Spitzenreiter. Der durchschnittlich erzielte Preis ist indes überraschend um knapp 32 Prozent auf jetzt 1.311 Euro gesunken (Vorquartal: 1.700 Euro).

•    Mit 60 Prozent unverändert hoch ist der Anteil von .de unter den verkauften Länderdomains – die Zahl der Verkäufe ist sogar um 17 Prozent angestiegen (1.938 Domains).

Gleichfalls skeptisch hat Dr. Klaus Ritgen (Referent Deutscher Landkreistag) die Einführung neuer TLDs bewertet. Nach seiner Ansicht haben neue TLDs gegenüber den bereits bestehenden .de Domains keinen klar erkennbaren Vorteil. Vielmehr würden neue lokale TLDs, die nicht – wie im Beispiel von .paris durch die Städte selbst betrieben würden  – immer zu einer Verwirrung der Bürger führen, da diese eine “offizielle” Seite mit kommunalem Angebot erwarten würden.

Auf der abschließenden - hochrangig besetzten – Podiumsdiskussion wurde nochmals z.T. sehr kontrovers aber fachlich fundiert die Argumentation für und wider die Einführung von neuen TLDs ausgetauscht. Auch wenn schlussendlich keiner der Teilnehmer den wirtschaftlichen Erfolg zur Einführung neuer TLDs klarzustellen vermochte, so waren sich doch alle darin einig, dass die Einführung neuer TLDs den eCommerce und die Relevanz von lokalen Suchanfragen (die immerhin zwischen 35% – 45% aller Suchen im Internet ausmachen) durchweg unterstützen und fördern können.

Bedingt lesenswert: “Was würde Google tun?” von Jeff Jarvis

Posted on | September 26, 2009 | No Comments

huenemohr_jarvisUm es gleich vorweg zu nehmen – der 1. Teil des Buches “Was würde Google tun?” von Jeff Jarvis hat wirklich spannende und interessante Anstöße. Mitunter in scharfer und direkter Art gelingt es Jarvis, herauszuarbeiten, wie das Internet mit seiner radikalen Geschwindigkeit und Transparenz liebgewonnene und traditionelle Unternehmensprinzipien ganzer Branchen auf den Kopf stellt.

Am Beispiel von Google zeigt er auf, wie es ein Unternehmen im digitalen Zeitalter geschafft hat, den Nutzer in den Mittelpunkt seines Handelns zu stellen. Schlicht und schnörkelfrei wird nur das angeboten, was Nutzer wirklich wollen – Dienste die keinen Erfolg (Nutzung) erfahren, werden genau so schnell wieder eingestellt. Die Konzentration auf das Wesentliche macht den ganzen Erfolg von Google aus. Während die meisten Unternehmen noch an transmetaphysischen Marketingstrategien arbeiten – und Produkte in den Markt pressen müssen, legt Google seine Verkaufsplattform offen und transparent in Form einer Auktionsplattform ins Netz.

Was folgt daraus? Jeff Jarvis rät Unternehmern ihre Geschäftsprozesse bis in die kleinste Einheit auf den Kunden und Nutzer auszurichten – “Ihr schlimmster Kunde ist Ihr bester Freund”! Unternehmen müssen sich nach seiner Ansicht offen, transparent und kooperativ mit Kunden uns Nutzern auseinandersetzen. “Fangen Sie damit an, Ihre Kunden am Entstehungsprozess Ihres Produktes zu beteiligen, am Prozess der Planung. Unmöglich, werden Sie jetzt einwenden. Das unterliegt der Geheimhaltung. Tja, warum eigentlich? Wenn Sie das Produktdesign abschotten, schotten Sie sich selbst gegen die besten Ideen ab, und zwar von genau den Menschen, die Ihr Produkt benötigen, es kaufen und sich darüber Gedanken machen.” Viele weitere – auch recht klassische Management-Binsenweisheiten („Der Massenmarkt ist tot – lange lebe die Masse an Nischen“ oder auch „Werden Sie Teil eines Netzwerks„) – werden von Jarvis aufgegriffen jedoch sehr gut auf die Gesetzmäßigkeit des digitalen Zeitalters projiziert.

Leider kann der 2. Teil von “Was würde Google tun?” nicht an den 1. Teil anknüpfen. Unter der Überschrift „Wenn Google die Welt regierte“ wagt Jeff Jarvis mit Hilfe der Google-Brille den Blick in verschiedene Branchen. Viele seiner Thesen wirken jedoch extrem aufgesetzt und zeigen, dass er zu sehr in Google verliebt ist (z.B. Das Gemeinwohl – Das Google-Krankenhaus: Um solche Netzwerke aufzubauen, müssen wir Gesundheit als öffentliches Gut betrachten und unsere Vorbehalte in Bezug  auf Datenschutz überprüfen“).

QED: “Was würde Google tun?” ist kein Buch über Google – aber ein guter Einblick in die Erfolgsfaktoren, die Google zu dem gemacht haben, was es heute ist! Der 1. Teil des Buchs ließt sich kurzweilig – und mit guten Anregungen garniert  – flott runter. In diesem Teil macht Jarvis dem Leser deutlich, wie sich die Welt verändert hat, und wie man damit umgehen kann. Der 2. Teil hat mir aufgrund zu starker Googlegläubigkeit nicht mehr gefallen – hatte er auch wenig Nutzwert!

“Was würde Google tun?” können Sie hier! bei virtualcity bestellen!
Die Website von Jeff Jarvis (buzzmachine.com) finden Sie hier!

Superpages.com bringt seine lokale Suche mit @sp411 auf twitter

Posted on | September 5, 2009 | 2 Comments

SP_Follow_ScreenSuperpages.com hat am vergangenen Freitag (04.09.09) seinen neuen Dienst @sp411 gestartet. Mit @sp411 haben Twitter-Nutzer jetzt die Möglichkeit Branchensuchanfragen über eine Direct Message aufzusetzen. Kurze Zeit später sind 5 Ergebnisse von Superpages.com als Direct Message im twitter-eigenen Postkasten!

Ich habe den Dienst sofort getestet – so funktioniert es:

  1. twitter hochfahren
  2. @sp411 aufrufen und followerer werden
  3. Eine Direct Message an @sp411 mit der gewünschten Branchenauskunft aufsetzen – mein Beispiel: pizza san francisco
  4. Zur Direct Message Inbox wechseln und kurze Zeit später werden 5 Ergebnisse von @sp411 inbox geliefert. Der im tweet von @sp411 mitgelieferte Link führt dann direkt auf die Detailansicht von superpages.com mit allen wünschenswerten Angaben zu: Adresse, Rufnummer, Öffnungszeiten usw.

Über die reine Branchensuche hinaus bietet @sp411 auch Informationen zu:

  • lokalem Wetter: “d sp411 weather new york”,
  • aktuellen Kinoveranstaltungen: “d sp411 movies (Straße) (Stadt) (State) (PLZ)”
  • Privatpersonensuche: “d sp411 Huenemohr, Patrick, Mountainview CA”
  • Suche über die Rufnummer: “d sp411 (Rufnummer)”
  • und eine Routenplanung: “d sp411 directions from (Adresse 1) to (Adresse 2)

In meinem Test habe ich auch die Branchensuche nach Ortsnamen, die mehrfach vorkommen (wie z.B. newtown) ausprobiert. Auch hier hat der Dienst die richtige Lösung parat und fragt in einer Zwischenantwort nach dem Bundesstaat, der Postleitzahl (ZIP) oder einer Rufnummer, um die Suche korrekt ausführen zu können.

Ergo: @sp411 ist ein Klasse Dienst! Biz Stone würde wahrscheinlich antworten: “Frage lieber die follower in Deiner Umgebung nach der Lösung Deines Problems. “ Ich sage: Das ist ja alles schön und gut. Aber erstens hat nicht jeder 5.000 follower in nächster Umgebung zu seinem aktuellen Standort (man denke an die klassische Geschäftsreise) und zweites bietet der hochaktuelle und mit vielen Mehrwertinformationen ausgestattete Verzeichnisdienst superpages.com eben auch eindeutige Vorteile gegenüber subjektiven 140-Zeichen Antworten von mir ggf. unbekannten Dritten! Nach  meiner Ansicht macht gerade die Kombinatione aus schnellem tweet in Verbindung mit  dem Zugriff auf strukturierte, und zuverlässige Daten den Witz an @sp411 aus!

Weitere Links:
> Mein Blogeintrag: Twitter will´s jetzt lokal wissen!
> Reuters: Superpages.com brings local search to twitter with the first local search tool @sp411

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  • Patrick Hünemohr

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